Gesund (schwäbisch) essen > Gesund oder?

Über angeblich gesundes Essen

Auf der Suche nach möglichst gesundem Essen habe ich ein paar überraschende Entdeckungen gemacht...

Gesund zu essen und zu trinken sollte doch eigentlich kein Problem sein. Alle möglichen Zeitschriften preisen tagtäglich aufs Neue besonders gesunde Rezepte und Diäten an. Und zwei Seiten weiter stehen dann die neuesten Horrormeldungen: Übergewicht wohin man schaut, Diabetes ist ein Volkskrankheit, das Herzinfarktrisiko steigt jeden Tag. Manchmal wundert man sich, dass trotz Arterienverkalkung und viel zu hohen Cholesterinspiegeln noch Menschen das Rentenalter erreichen.

Aber was ist schuld an diesen grassierenden Krankheiten. Gegen Übergewicht hilft doch angeblich Fettaugenzählen und gegen Cholesterin hilft es, wenn man weniger Eier isst. Und beides zusammen sollte doch Diabetes und Herzinfarkt längst ausgerottet haben.

Vor Jahren habe ich es ja selbst auch schon mal mit Vollkorn und Naturkost versucht - gesünder geht es eigentlich nicht mehr. So richtig bekommen ist mir das alles nicht. Es gab da den einen oder anderen Nebeneffekt - Blähungen beispielsweise - der mir den Appetit aus so gesundes Essen bald verdorben hat. Dann las ich auch noch ein Buch, das zeigte, dass gesundes Essen krank macht. Hoppla! Dieser Sache musste ich auf den Grund gehen. Die darin geschilderten Zusammenhänge und Argumente klangen sehr plausibel. Vieles konnte ich direkt nachvollziehen - im Eigenversuch sozusagen.

Letzendlich habe ich daraus die Lehre gezogen, dass die ganzen Vorschläge und Empfehlungen zum gesunden Essen nicht so wichtig zu nehmen waren. Also habe ich fortan weniger gesund gelebt und mich zunächst einmal weniger um das Thema gekümmert. Trotzdem hat mich das nicht ganz losgelassen. Sie kennen das vielleicht? Es ist so ein immer schwelender Widerspruch, der sich immer wieder meldet, wenn man dann laufend mit tollen Ernährungs-Ratschlägen eingedeckt wird. Etwa den jährlichen Pfundskuren, die man speziell im Frühjahr um die Augen und die Ohren bekommt. Wenn ich diese Ratschläge hörte, dann wunderte ich mich doch, dass ich überhaupt noch lebte.

Es ist nun schon einige Zeit her, dass dieses Thema plötzlich wieder "da" war. Ich startete einen neuen Versuch um herauszufinden, wie ich in meinem Single-Haushalt mit möglichst wenig Zeitaufwand wenigstens halbwegs gesund leben kann. Kochbücher brachten mich verständlicherweise kaum weiter. Es half alles nichts, ich musste der Sache mehr auf den Grund gehen. Und da traf ich natürlich wieder auf...

...Widersprüche

Folgt man den Empfehlungen vieler Zeitschriften und eine schier endlosen Zahl von Büchern (Atkins- und ähnliche Diäten einmal außer Acht gelassen), dann sind ein paar wenige Dinge zu beachten:

  • Möglichst wenig Fett essen, schon gar kein tierisches Fett
  • Möglichst wenig Eiweiß essen
  • Beliebig viele Kohlenhydrate essen
  • Möglichst viele Ballaststoffe essen
  • Möglichst wenig kochen, möglichst viel roh essen

Folgt man den Ratschlägen tatsächlich strikt, dann kommt so eine Art gezuckertes Trockenfutter heraus. Na ja, wenigstens Obst und Gemüse sind danach erlaubt. Begeistert war ich nicht. Ob das wirklich gutes, gesundes Essen war?

Letztendlich den größten Widerspruch sah ich aber darin, dass diese Empfehlungen auch für Diabetiker gelten sollten. Diabetiker haben ja bekanntlich gerade mit Kohlenhydraten ihre liebe Not. Nur mit Medikamenten oder Insulinspritzen lässt sich das Endprodukt der Kohlenhydrate, die Glucose aus dem Blut entfernen. Passiert dies nicht, dann verwandeln sich die Kohlenhydrate letztendlich in ein tödliches Gift. Das sollte gesund sein?

Also bemühte ich Fachliteratur, um herauszufinden, was die Kohlenhydrate so wertvoll macht. In "Ernährung des Menschen" werden vier wichtige Vorteile aufgeführt:

  • Kohlenhydrate sind die am weitesten verbreitete Klasse organischer Substanzen
  • Kohlenhydratreiche Lebensmittel sind die billigsten Lebensmittel
  • Kohlenhydratreiche Nahrung ist am einfachsten zu lagern
  • Kohlenhydrate sind leicht verwertbare Energielieferanten

Nichts stand da von extrem wertvollen Inhaltsstoffen, die der Körper unbedingt braucht, um gesund zu bleiben. Das war mir auch als Nicht-Mediziner schnell klar. Als Betriebswirt zog ich daraus ganz andere Schlüsse. Aber das kann sich wohl Jeder zusammenreimen.

Nun gehörte Biologie in der Schule zu meinen Lieblingsfächern. Auch aus dem Chemie-Unterricht war noch das Eine oder Andere hängengeblieben - auch wenn das nun schon ein paar Tage her ist. Aber wer kennt nicht die essentiellen Fettsäuren? Vielleicht hat man ja auch schon davon gehört, dass sich die Bezeichnung Protein (Eiweiß) vom griechischen "proteios" ableitet, das sich wohl mit "erstrangig" übersetzen lässt.
Von den essentiellen Fettsäuren also wenig und von den "erstrangigen" Eiweissen noch viel weniger?

Kurzum

Wie beschrieben, der erste Auslöser, dass ich mich mit der Sache intensiver beschäftigte, war dann das Buch, in dem aufgezeigt wurde, warum "gesundes" Essen oft krank macht.

Ich bin inzwischen fest davon überzeugt, dass das angeblich gesunde Essen nicht besonders für die menschliche Ernährung geeignet ist. Und das tatsächlich gesunde Essen wird oft verteufelt. Aber das ist nicht etwa die Theorie eines Laien auf dem Gebiet, der sich einbildet, da mitreden zu müssen. Ich habe inzwischen viele Belege gefunden, die genau das Gefühl bestätigen, das ich damals hatte. Auf den folgenden Seiten möchte ich den einen oder anderen Tipp weitergeben. Das Internet bietet viele interessante Informationen. Über das Netz können Sie selbst an Ergebnisse wissenschaftlicher Studien herankommen, die früher für Laien überhaupt nicht zugänglich waren. Dazu gebe ich dann noch einige Tipps zu wirklich lesenswerten Büchern.

Schließlich möchte ich eine Sammlung von Rezepten aufbauen, die neueste Erkenntnisse berücksichtigen - und zwar auf gut schwäbisch!

Doch zunächst sollten Sie einmal erfahren, wie gesundes Essen nach neuesten Erkenntnissen zusammengestellt werden sollte.

Mein aktueller Buchtipp:
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Lesen Sie dazu auch
"Wie gesund ist gesunde Ernährung?" Von Ulrike Gonder.
Zuletzt aktualisiert 13.08.2006